Shire of Aventiure
gelebtes Mittelalter

Fechten

Basierend auf den Fechtschulen des späten Mittelalters und der Renaissance üben die Fechter der SCA den Kampf mit dem Rapier aus. Anders als beim SCA Schwertkampf bestehen die Waffen beim Rapierfechten aus flexiblem Metall. Ebenso gibt es ein Regelwerk um das Fechten weltweit einheitlich zu gestalten. In diesem sind beispielsweise die Trefferzonen erläutert. Primäres Ziel ist es seinen Gegner durch einen Treffer am Kopf oder Torso kampfunfähig zu machen. Ein Treffer an Arm oder Bein zwingt den Kämpfer dazu dass er das entsprechende Körperteil nicht mehr einsetzen kann. Im Vergleich zum SCA Schwertkampf tragen die Fechter nur sehr wenig Rüstung. Lediglich ein sogenanntes Gorget, also ein Halskragen aus Stahl oder hartem Leder, sowie eine Fechtmaske bzw Fechthelm, Genitalschutz und durchstichsichere Kleidung, zum Beispiel eine Fechtjacke, sind vorgeschrieben. Diese haben aber nicht die Aufgabe Treffer abzudämpfen, sondern lediglich vor Verletzungen, etwa durch Abbrechen einer Klinge, zu schützen. Grundsätzlich gilt jeder Stich und jeder Schnitt mit Klinge oder Spitze der lang genug ist als Treffer, unabhängig von der Härte mit welcher dieser ausgeführt wurde. Der Getroffene Kämpfer ist so ehrenhaft die Treffer anzuzeigen die er erleidet. Schläge aller Art sind verboten! Eine Ausnahme bildet hier das sogenannte Cut & Thrust Fechten, bei dem mehr Schutzausrüstung getragen wird.
Für die einzelnen Waffengattungen des Rapierfechten sind sogenannte Autorisierungen von Nöten um auf offiziellen Veranstaltungen kämpfen zu dürfen. Diese Autorisierungen erlangt man durch Prüfungen in denen man sein Regelwissen unter Beweis stellen muss und zeigt dass man im Umgang mit den Waffen sicher ist und weder sich noch andere gefährdet. Die Prüfungen werden von sogenannten Marschällen abgenommen, speziell geschulte Fechter mit entsprechender Berechtigung. Die Marschälle betreuen auch die Turniere und achten auf die Sicherheit.

Rapierfechten eignet sich aufgrund des geringen Materialaufwands hervorragend zum Einstieg in den Kampf der SCA.


Die aktuellen Fechtregeln der SCA findet ihr hier.


Die verschiedene Waffenformen des Rapierfechtens der SCA

Rapier

Das Rapier ist ein Vorgänger der modernen Fechtklingen wie Florett oder Degen. Es ist jedoch um einiges schwerer weshalb beim Kampf mit dem Rapier versucht wird die Bewegungen defensiv und offensiv zugleich auszuführen, also während der Parade des gegnerischen Schwertes oder unmittelbar danach in der selben Aktion zuzustoßen.



Zwei Rapiere

Anders als beim heutigen Sportfechten stehen dem Fechter des späten Mittelalters zwei Hände zur Verfügung. Das ermöglicht ihm unter anderem ein zweites Rapier in den Kampf zu führen (Case of Rapier). Der Kampf mit zwei Klingen gleichzeitig erfordert ein hohes Maß an Konzentration, da die Klingen oftmals über 100cm lang sind und man sich so leicht selbst in die Quere kommt.


Parierdolch

Wie beim historischen Vorbild auch, ist es möglich als zweite Waffe einen Parierdolch einzusetzen. Mit diesem ist es erlaubt die gleichen Angriffe, also Schnitte und Stiche wie mit einem Rapier zu führen. Aufgrund seiner geringen Länge, ist er jedoch deutlich beweglicher als das Rapier um beispielsweise gegnerische Klingen zu parieren.


Feste Pariergegenstände

Buckler, also kleine Faustschilde, Stäbe und ähnliches fasst man unter der Gattung „Feste Pariergegenstände (Rigid Parrying Devices)“ zusammen. Mit ihnen ist es erlaubt gegnerische Waffen zu parieren oder zu blockieren. Unter keinen Umständen dürfen sie gegen den Gegner direkt eingesetzt werden indem er beispielsweise mit einem Buckler geschlagen wird. Manche Szenarios bringen ein paar ausgefallene Pariergegenstände hervor. So kann es bei einer Kneipenschlägerei auch gern mal dazu kommen, dass sich die Kontrahenten mit Tellern und Zinnbechern oder gar Nudelhölzern gegenüberstehen statt der üblichen festen Pariergegenstände.


Weiche Pariergegenstände

Zu den weichen Pariergegenständen (Non-Rigid Parrying Devices) zählen alle Gegenstände aus Stoff, Schaumstoff, Watte oder ähnlichem, die zum Parieren nach den Regeln geeignet sind. Beispielsweise gibt es Tücher oder Kurzmäntel mit denen man die gegnerischen Waffen hervorragend parieren kann. Dazu werden sie entweder lose über den Arm gelegt oder am Rand gehalten und geschwungen. Verschiedene Szenarios sorgen auch hier für unterhaltsame Abwechslung, in dem ein Pirat plötzlich seinen Schaumstoffpapagei zückt um mit diesem zu parieren oder in der Taverne das Tischtuch zweckentfremdet wird.